Der Nutri-Score im Check

Hast du dich auch schon mal gefragt was dieses merkwürdige Symbol, das man auf immer mehr Lebensmitteln sieht, bedeutet? Irgendwas mit dem Gesundheitswert des Produkts? Der Nutri-Score im Check – er soll uns neue Orientierung im Supermarkt geben.

Aber warum genau dieser sogenannte Nutri-Score nun immer öfter zu sehen ist, wie dieser berechnet wird und ob der Nutri-Score wirklich so toll und aussagekräftig ist, wie viele denken, erfährst du heute in meinem neuen Blogbeitrag: Der Nutri-Score im Check.

Der Nutri-Score was ist das

Was ist der Nutri-Score?

Der Nutri-Score bewertet Lebensmittel auf Basis der Nährwertangaben also Kalorien, Eiweiß, Fett usw. Hersteller können die Kennzeichnung in Deutschland seit dem 6. November 2020 auf freiwilliger Basis auf ihr Produkt drucken.

Das Logo ist eine fünfstufige Farbskala von A bis E, wobei ein A für ein „gesundes“ Produkt steht und E dafür, dass das Produkt eher ungeeignet ist. Der Nutri-Score bezieht sich dabei immer auf 100 g bzw. ml des jeweiligen Produkts und nicht auf die Portion, die du in der Regel essen würdest. Was schon mal ein wenig zu Verwirrung führt, denn keiner isst ja 100ml Öl.

So wird der Nutri-Score berechnet

Insgesamt gibt es eine Punktzahl von – 15 (optimal) bis maximal +40 (schlecht), welche ein Lebensmittel erreichen kann. Die Gesamtpunktzahl setzt sich aus der Bewertung einzelner Kriterien zusammen, welche meistens auf die Nährstoffangaben bezogen sind.

Kalorien, Zucker, gesättigte Fettsäuren und Natrium werden als schlechte Kriterien gewertet. Je höher der Gehalt hier im Produkt ist, desto höher die Punktzahlt – also umso schlechter ist das Lebensmittel eingestuft. Günstige Nährwerte wie Ballaststoffe, Eiweiß oder der Gehalt von Obst, Gemüse und Nüsse sind negativ bepunktet – also positiv zu bewerten und verringern die Gesamtpunktzahl. Fast schon ein wenig verwirrend das hin und her oder?

Ein gutes Lebensmittel hat beispielsweise eine niedrige Gesamtpunktzahl und wird mit einem A beziehungsweise B bewertet.

Einkaufen mit dem Nutri-Score

Einkaufen mit dem Nutri-Score

Nun weißt du also wie der Nutri-Score berechnet wird, aber was bringt er dir? Der Nutri-Score im genaueren Check.

Das Gute ist, dass der Nutri-Score leicht verständlich und gut erkennbar ist, wodurch man sich schnell orientieren kann. Es ist aber wichtig zu wissen, dass der Nutri-Score vor allem für verarbeitete Lebensmittel geeignet ist. Hier kannst du Lebensmittel in einer Produktklasse schnell und einfach vergleichen. Nimmt man zum Beispiel zwei Tiefkühlnudelpfannen in die Hand sieht man auf einen Blick, welche die günstigere ist. Muss es mal schnell gehen, kann man somit ganz einfach Produkte miteinander vergleichen.

Vorteile vom Nutri-Score

Eine gesunde Ernährung basiert jedoch auf mehr als den im Nutri-Score berücksichtigten Kriterien. So werden zum Beispiel keine Omega-3-FS und Vitamine berücksichtigt, weshalb ein Olivenöl zum Beispiel mit einem „D“ bewertet wird, obwohl es ein günstiges Öl ist. In der Ernährung zählt aber nicht nur die Quantität, sondern auch die Qualität.

Außerdem werden auch Zusätze wie Konservierungsstoffe, Süß- und Farbstoffe oder der ökologische Aspekt des Lebensmittels nicht berücksichtigt. Somit ist die Bewertung von Lebensmitteln allein über den Nutri-Score häufig eher ungeeignet.

Nachteile vom Nutri-Score

Beispielsweise Cola light wird mit einem „B” bewertet und dem Verbraucher auf den ersten Blick gesagt: „hey das ist ein gutes Getränk“, obwohl es viele Zusatzstoffe enthält und sicherlich keine positiven Inhaltsstoffe.

Im Gegensatz dazu kommt Käse beim Nutri-Score eher schlecht weg, obwohl der gute bei mäßigem Verzehr durchaus empfehlenswert ist.

So bewertest du Lebensmittel ohne den Nutri-Score

Oh ja der Nutri-Score hat so seine Grenzen, deswegen möchte ich dir ein paar Tipps geben, auf was du achten solltest bei deinem Einkauf.

Dein Blick sollte auf jeden Fall mal auf die Nährwerttabelle fallen, welche sich in der Regel auf der Rückseite von deinem Lebensmittel befindet. Hier bekommst du schon mal einen ersten Anhaltspunkt, ob dein Produkt viele Kalorien und Fett enthält. Ob Eiweiß enthalten ist und auch, ob es nach viel Salz aussieht.

Dein zweiter Blick sollte aber unbedingt auch auf die Zutatenliste gehen. Weil oft hat ein Produkt zwar wenig Kalorien und die Firmen werben mit tollen Aufdrucken wie: „zuckerfrei“ oder „eiweißreich“ aber der Blick auf die Zutatenliste verrät: Hier war jemand kreativ im Chemielabor. Lange Zutatenlisten mit verrückten Namen drauf, die einen schon etwas kritisch werden lassen sollten.

Also Augen auf beim Einkauf, das lohnt sich wirklich!

In meinem flexiblen Ernährungsplan „die knackigen 28“ findest du als Boni zur Zeit einen ausführlichen Einkaufs-Guide. Er hilft dir, dich im Supermarkt zurecht zu finden.

Der Nutri-Score im Check

Meine Einschätzung zum Nutri-Score

Der Nutri-Score im Check. Mir ist es wichtig, dass wir Lebensmittel nicht in gut oder böse einteilen, denn die Dosis macht das Gift. Entscheidend ist die Menge eines Lebensmittels. Wenn auch mal etwas Zucker oder Fett enthalten ist, ist das kein Problem. Ganz im Gegenteil – gesunde Fette sind wichtig für unsere Gesundheit und vor allem auch beim Abnehmen hilfreich. Fettreiche Lebensmittel werden im Nutri-Score aber schlecht bewertet, weil sie viel Energie und häufig viele gesättigte Fettsäuren enthalten, wobei der Anteil an den ungesättigten (also den guten) Fettsäuren nicht berücksichtigt wird. Und genauso kann man auch von „gesunden“ Lebensmitteln wie Obst, Haferflocken oder Quark zu viel essen. Er sagt also nicht wirklich etwas über die richtigen Mengen aus.

Also meine Empfehlung: Der Nutri-Score ist für den schnellen Vergleich von verarbeiteten Lebensmitteln geeignet. Für viele Grundnahrungsmittel aber eher verwirrend als dass es hilft. Da die Kennzeichnung aber freiwillig ist und somit nicht auf allen Produkten verwendet wird, ist es sinnvoll und wichtig zu wissen, wie man ein Lebensmittel auch ohne den Nutri-Score bewerten kann. Ganz ehrlich… bei unserer Lebensmittelkennzeichnung ist noch gut Luft nach oben. Es gilt also weiterhin: Augen auf beim Einkauf.

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Weitere interessante Artikel zum Nutri-Score:

https://www.bmel.de/DE/themen/ernaehrung/lebensmittel-kennzeichnung/freiwillige-angaben-und-label/nutri-score/nutri-score_node.html

https://www.verbraucherservice-bayern.de/themen/ernaehrung/nutriscore-auf-lebensmittelverpackungen